Die Ozeane unserer Erde bergen noch immer unzählige Geheimnisse und faszinieren Wissenschaftler wie Reisende gleichermaßen. Eine der häufigsten Fragen lautet: wo genau verläuft die Grenze zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean? In diesem Artikel erfahren Sie, wo sich diese beiden Weltmeere offiziell treffen, warum virale Videos im Internet ein falsches Bild vermitteln und ob sich die Ozeane tatsächlich vermischen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie diesen legendären Ort am südlichsten Zipfel Südamerikas selbst erleben können.
Wo liegt die offizielle Grenze zwischen Atlantik und Pazifik?
Die offizielle Atlantik – Pazifik – Grenze verläuft entlang des 68. westlichen Längengrades, von Kap Hoorn bis zur Antarktis. Diese Grenzziehung wurde 1953 vom Internationalen Hydrographischen Büro in Monaco festgelegt.
Kap Hoorn befindet sich am südlichsten Punkt des Feuerland-Archipels, einer Inselgruppe an der äußersten Spitze Südamerikas. Diese raue Landspitze markiert seit Jahrhunderten den Übergang zwischen zwei Weltmeeren und gilt als einer der bedeutendsten geografischen Punkte unseres Planeten. Die Koordinaten von Kap Hoorn liegen bei 55°59′ südlicher Breite und 67°17′ westlicher Länge.
Die Festlegung der Ozeangrenzen folgt einem internationalen System, das alle drei großen Weltmeere voneinander abgrenzt:
- Atlantik und Indischer Ozean: der Meridian von Kap Agulhas in Südafrika bei 20° östlicher Länge
- Indischer Ozean und Pazifik: der Meridian des Südkaps von Tasmanien bei 147° östlicher Länge
- Pazifik und Atlantik: der Meridian von Kap Hoorn bei 68° westlicher Länge
Diese Grenzen sind imaginäre Linien, die von Menschen gezogen wurden. Im Gegensatz zu Landesgrenzen gibt es im Wasser keine physischen Barrieren, die einen Ozean vom anderen trennen.

Warum zeigen virale Videos Ozeane, die sich nicht vermischen?
Die Videos, die in sozialen Medien kursieren und zwei deutlich unterschiedlich gefärbte Wassermassen zeigen, stammen nicht von der Atlantik – Pazifik – Grenze. Sie zeigen Süßwasser aus Gletscherflüssen, das im Golf von Alaska auf Salzwasser trifft.
Dieser Farbunterschied entsteht durch das sedimentreiche Schmelzwasser von Gletschern, das einen hohen Eisengehalt aufweist. Das mineralreiche Süßwasser hat eine andere Dichte als das Salzwasser des Meeres, wodurch sich die beiden Wassermassen nicht sofort vermischen. Das Ergebnis sind eindrucksvolle Farbkontraste zwischen tiefblauem und grünlichem Wasser.
Die wichtigsten Fakten zu diesem Phänomen:
- Die Aufnahmen stammen größtenteils aus dem Golf von Alaska, nicht aus Patagonien
- Der Farbunterschied entsteht durch unterschiedliche Sedimente und Mineralien
- Süß- und Salzwasser haben verschiedene Dichten, was die sichtbare Trennung verursacht
- Ähnliche Phänomene treten auch an Flussmündungen wie dem Río de la Plata auf
Die tatsächliche Grenze zwischen Atlantik und Pazifik bei Kap Hoorn ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Es gibt keine sichtbare Linie im Wasser, die die beiden Ozeane voneinander trennt.

Vermischen sich Atlantik und Pazifik tatsächlich?
Ja, der Atlantische und der Pazifische Ozean vermischen sich kontinuierlich miteinander. Allerdings ist dieser Prozess komplexer als bei gewöhnlichen Flüssigkeiten, da beide Ozeane unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
Der Atlantik ist salziger als der Pazifik, was zu einer höheren Wasserdichte führt. Zusätzlich unterscheiden sich die Temperaturen und Strömungsmuster beider Ozeane erheblich. Diese Faktoren beeinflussen, wie schnell und intensiv die Vermischung stattfindet.
Die Vermischung der Ozeane wird durch mehrere Faktoren bestimmt:
- Salzgehalt: der Atlantik hat durchschnittlich 3,54% Salzgehalt, der Pazifik etwa 3,45%
- Wassertemperatur: unterschiedliche Temperaturen beeinflussen die Dichte
- Meeresströmungen: der Antarktische Zirkumpolarstrom fließt um den gesamten Globus
- Winde und Gezeiten: sie sorgen für kontinuierlichen Wasseraustausch
Die Vermischung findet dabei stärker unter der Wasseroberfläche statt als an der Oberfläche. Solange Winde wehen und Gezeiten wirken, werden sich die Ozeane weiterhin austauschen.
Was macht Kap Hoorn so legendär unter Seefahrern?
Kap Hoorn gilt seit Jahrhunderten als einer der gefährlichsten Seewege der Welt. Wilde Strömungen, unberechenbare Wetterverhältnisse und Winde mit über 100 km/h machen die Navigation hier zu einer echten Herausforderung.
Die erste dokumentierte Umsegelung von Kap Hoorn gelang dem niederländischen Seefahrer Willem Cornelisz Schouten am 29. Januar 1616. Er benannte das Kap nach dem niederländischen Ort Hoorn, der Heimat seiner Auftraggeber. Bis zur Eröffnung des Panamakanals im Jahr 1914 war die Route um Kap Hoorn der einzige Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik für Schiffe, die Südamerika umrunden mussten.
Die Drake-Passage, benannt nach dem englischen Seefahrer Francis Drake, erstreckt sich über etwa 800 Kilometer zwischen Kap Hoorn und den Südlichen Shetlandinseln. Diese Meeresstraße ist für ihre rauen Bedingungen bekannt, da hier drei Faktoren zusammentreffen:
- Die Konvergenz von atlantischen und pazifischen Wassermassen
- Der Antarktische Zirkumpolarstrom, die einzige Meeresströmung, die den gesamten Globus umfließt
- Das Fehlen von Landmassen, die Wind und Wellen bremsen könnten
Heute ist Kap Hoorn Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats, das 2005 ausgewiesen wurde. Auf der Insel befinden sich ein Leuchtturm, eine kleine Kapelle und das berühmte Kap-Hoorn-Denkmal, das einen fliegenden Albatros darstellt.
Wie können Sie die Atlantik-Pazifik-Grenze selbst erleben?
Die sicherste und komfortabelste Möglichkeit, den Treffpunkt von Atlantik und Pazifik zu besuchen, ist eine Expeditionskreuzfahrt durch die patagonischen Kanäle. Von Bord eines modernen Schiffes aus können Sie die legendären Gewässer erleben, ohne den Strapazen früherer Seefahrer ausgesetzt zu sein.
Eine Reise in diese Region bietet weit mehr als nur die geografische Grenze zwischen zwei Ozeanen. Die chilenischen Fjorde, die majestätischen Gletscher und die vielfältige Tierwelt machen diese Expedition zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Was Sie auf einer Expeditionskreuzfahrt in Patagonien erwartet:
- Gletscher: beeindruckende Eisformationen wie der Pía-Gletscher und der Aguila-Gletscher
- Tierwelt: Magellan-Pinguine, Seelöwen, Robben und zahlreiche Vogelarten
- Historische Orte: die Wulaia-Bucht, einst Heimat der Yámana-Ureinwohner
- Einzigartige Landschaften: subpolare Wälder, unberührte Buchten und der legendäre Beagle-Kanal
Die beste Reisezeit für eine Expeditionskreuzfahrt in Patagonien liegt zwischen November und März, wenn der südliche Sommer mildere Bedingungen bietet. Dennoch bleibt das Wetter in dieser Region wechselhaft, was Teil des Abenteuers ist.
Fazit
Die Grenze zwischen Atlantik und Pazifik ist keine sichtbare Linie, sondern eine von Menschen definierte geografische Markierung entlang des 68. Längengrades. Die viralen Videos, die zwei nicht mischende Wassermassen zeigen, entstanden größtenteils in Alaska und zeigen ein ganz anderes Phänomen. In Wirklichkeit vermischen sich beide Ozeane kontinuierlich, wobei die unterschiedlichen Eigenschaften des Wassers diesen Prozess beeinflussen.
Wenn Sie diesen faszinierenden Ort am Ende der Welt selbst erleben möchten, bieten die Expeditionskreuzfahrten von Australis eine einzigartige Möglichkeit. An Bord der komfortablen Schiffe navigieren Sie sicher durch die patagonischen Kanäle, besuchen Kap Hoorn und entdecken die atemberaubende Natur Feuerlands. Erfahrene Expeditionsleiter begleiten Sie, und teilen ihr Wissen über Geografie, Geschichte und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt dieser Region. Entdecken Sie die Routen von Australis und planen Sie Ihre Reise an den südlichsten Zipfel Südamerikas.
Häufig gestellte Fragen
Bei welchen Koordinaten treffen Atlantik und Pazifik aufeinander?
Die offizielle Grenze verläuft entlang des 68° westlichen Längengrades, von Kap Hoorn (55°59’S) bis zur Antarktis. Diese Festlegung stammt aus dem Jahr 1953 vom Internationalen Hydrographischen Büro.
Kann man die Grenze zwischen Atlantik und Pazifik mit bloßem Auge sehen?
Nein, die offizielle Grenze ist eine imaginäre Linie. Anders als in den viralen Videos, die Süß- und Salzwasser zeigen, ist die tatsächliche Ozeangrenze nicht sichtbar.
Warum ist das Wasser bei Kap Hoorn so gefährlich?
Drei Faktoren erzeugen die raue See: das Aufeinandertreffen von atlantischen und pazifischen Wassermassen mit unterschiedlichen Temperaturen, der antarktische Zirkumpolarstrom und das Fehlen von Landmassen, die Wind und Wellen bremsen könnten.
Wann ist die beste Reisezeit für Kap Hoorn?
Der südliche Sommer von November bis März bietet die mildesten Wetterbedingungen für Expeditionskreuzfahrten. Das Wetter bleibt jedoch das ganze Jahr über wechselhaft.
Wie breit ist die Drake-Passage?
Die Drake-Passage ist etwa 800 Kilometer breit und erstreckt sich zwischen Kap Hoorn und den Südlichen Shetlandinseln der Antarktis.
Ursprünglich am 13. Juni 2019 veröffentlicht, aktualisiert am 14. Januar 2026.
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