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Upsala-Gletscher: Größe, Rückzug und wie Sie den Riesen Patagoniens besuchen

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Der Upsala-Gletscher ist einer der größten Gletscher Südamerikas und liegt im argentinischen Nationalpark Los Glaciares, gespeist vom südpatagonischen Eisfeld. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten zusammen: geografische Lage, aktuelle Ausdehnung, Herkunft des Namens, Rolle im Lago Argentino, der wissenschaftlich dokumentierte Rückzug sowie die praktischen Möglichkeiten eines Besuchs. Da Upsala nur über das Wasser zugänglich ist, zeigt er den Charakter vieler patagonischer Eismassen – ein Kontext, in dem sich auch die Expeditionskreuzfahrten von Australis durch die chilenischen Fjorde einordnen lassen.

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Wo liegt der Upsala-Gletscher?

Der Upsala-Gletscher befindet sich im Südwesten Argentiniens im Nationalpark Los Glaciares und mündet in den nördlichen Arm des Lago Argentino. Er ist Teil des südpatagonischen Eisfeldes, der größten zusammenhängenden Eismasse außerhalb von Antarktis und Grönland.

Der Nationalpark Los Glaciares wurde 1981 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgewiesen. Über 40 Prozent der Parkfläche sind mit Eis bedeckt; insgesamt werden 47 Gletscher vom südpatagonischen Eisfeld gespeist. Upsala gehört neben Perito Moreno und Viedma zu den drei dominierenden Gletschern dieses Gebietes.

Der Zugang zum Gletscher erfolgt ausschließlich über Wasser. Die Bootsfahrten starten in der Regel im Hafen Punta Bandera, rund 50 Kilometer westlich der Stadt El Calafate. Einen weiterführenden Überblick zu den Gletschern dieser Region finden Sie im Artikel zu den Gletschern in Argentinien.

Wie groß ist der Upsala-Gletscher wirklich?

Der Upsala-Gletscher bedeckt je nach Messung eine Fläche zwischen 765 und 870 Quadratkilometern und erstreckt sich über eine Länge von etwa 54 Kilometern. Er zählt damit zu den größten Gletschern Südamerikas, wird in der Gesamtfläche heute jedoch vom chilenischen Pío-XI-Gletscher übertroffen.

Die Messungen variieren je nach Quelle und Messjahr. Offizielle Erhebungen von 2011 weisen eine Fläche von 765 Quadratkilometern aus; ältere, gängig zitierte Angaben sprechen von 870 Quadratkilometern. Diese Differenz spiegelt den beschleunigten Rückzug der letzten Jahrzehnte wider und zeigt, wie dynamisch sich die patagonischen Eismassen verändern.

Hauptdaten des Upsala-Gletschers im Überblick

MerkmalWert
Flächeca. 765–870 km²
Längeca. 54 km
Maximale Breitebis 13 km
Höhe der Abbruchkante40–70 m
Eintauchtiefe unter Wasserüber 130 m
Speisegebietsüdpatagonisches Eisfeld
MündungLago Argentino (nördlicher Arm)

Eine ausführliche Gegenüberstellung mit weiteren großen Eismassen der Region finden Sie im Artikel zu den acht wichtigsten Gletschern Patagoniens.

Warum heißt der Gletscher „Upsala“?

Der Name des Gletschers geht auf das Jahr 1908 zurück. Damals taufte der schwedische Geologe Klaus August Jacobson den Gletscher zu Ehren der Universität Uppsala, der ältesten Hochschule Schwedens. Jacobson begleitete den argentinischen Forscher Francisco Pascasio Moreno – bekannt als Perito Moreno – bei Expeditionen im südlichen Patagonien.

Die Universität Uppsala, rund 71 Kilometer nördlich von Stockholm gelegen, finanzierte die ersten glaziologischen Studien im Gebiet des heutigen Nationalparks Los Glaciares. Der Namensgeber spiegelt damit die enge wissenschaftliche Verbindung zwischen Patagonien und der europäischen Forschung des frühen 20. Jahrhunderts wider.

Wie speist Upsala den Lago Argentino?

Der Upsala-Gletscher gehört zu den sieben Gletschern, die den Lago Argentino mit Schmelzwasser versorgen. Sein Kalbungsprozess beeinflusst nicht nur den Wasserstand, sondern auch die charakteristische Farbe des Sees.

Welche Gletscher speisen den Lago Argentino?

Der Lago Argentino ist mit 1.466 Quadratkilometern der größte See Argentiniens und wird aus mehreren Richtungen durch Gletscher gespeist. Die wichtigsten sind:

  • Perito Moreno: einer der wenigen noch wachsenden Gletscher weltweit
  • Upsala: flächenmäßig einer der größten Gletscher Südamerikas
  • Spegazzini: mit bis zu 135 Metern die höchste Abbruchkante des Parks
  • Mayo, Onelli, Agassiz und Ameghino: kleinere Gletscher im westlichen Arm

Warum ist das Wasser des Lago Argentino milchig-blau?

Die markante Färbung entsteht durch sogenanntes Gesteinsmehl, ein feines Pulver, das entsteht, wenn der Gletscher beim Vorschieben den Fels unter sich abschleift. Diese mikroskopisch kleinen Partikel gelangen mit dem Schmelzwasser in den See.

Die Partikel reflektieren kurzwelliges Licht und absorbieren langwellige Anteile. Das Ergebnis ist der typische Türkiston, den Besucher bei Bootstouren auf dem Lago Argentino sehen. Je nach Lichteinfall und Sedimentgehalt reicht das Farbspektrum von milchigem Grau über Smaragdgrün bis zu leuchtendem Azur.

Zieht sich der Upsala-Gletscher zurück?

Ja, der Upsala-Gletscher zählt zu den am schnellsten zurückweichenden Gletschern Patagoniens. Anders als der benachbarte Perito Moreno, der weitgehend stabil bleibt, hat Upsala in den letzten Jahrzehnten mehrere Kilometer an Länge verloren.

Wie stark ist der Rückzug?

Satellitendaten belegen den Rückzug eindeutig. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit dem Radarsatelliten TerraSAR-X die Position der Abbruchkante zwischen 2008 und 2022 dokumentiert. Die entsprechenden Bilder zeigen, wie weit sich der Eisstrom in diesem Zeitraum zurückgezogen hat.

Konkret lassen sich folgende Werte festhalten:

  • NASA-Aufnahmen dokumentieren seit 2001 einen Rückzug von rund drei Kilometern
  • DLR-Aufnahmen zeigen eine kontinuierliche Verschiebung der Kalbungsfront zwischen 2008 und 2022
  • Seit 2008 haben massive Eisabbrüche eine Eisbergbarriere im nördlichen Arm des Lago Argentino gebildet

Ausführliche Informationen finden Sie im DLR-Bericht zum Upsala-Gletscher im Wandel der Zeit.

Warum geht Upsala zurück, der Perito Moreno aber nicht?

Der Rückzug hat mehrere Ursachen. Der Upsala endet in tiefem Wasser, was das Abbrechen großer Eisblöcke begünstigt und den Rückzug beschleunigt. Hinzu kommt der globale Klimawandel, der das gesamte südpatagonische Eisfeld unter Druck setzt.

Der Perito Moreno dagegen stützt sich auf einer unterseeischen Felsschwelle ab und bleibt dadurch mechanisch stabil. Mehr zur Besonderheit des wachsenden Gletschers erfahren Sie in unserem Artikel zur Perito-Moreno-Gletschertour.

Wie kann man den Upsala-Gletscher besuchen?

Der Besuch erfolgt ausschließlich per Boot ab dem Hafen Punta Bandera nahe El Calafate. Seit 2008 erschwert eine schwimmende Eisbergbarriere die direkte Annäherung, sodass die meisten Touren heute eine Kombination aus Upsala-Arm und Spegazzini-Gletscher anbieten.

Die Anreise und der Ablauf gestalten sich folgendermaßen:

  • Ausgangspunkt: El Calafate, Provinz Santa Cruz (Argentinien)
  • Hafen: Punta Bandera, etwa 50 Kilometer westlich der Stadt
  • Dauer: zwischen sieben und neun Stunden, inklusive Rückfahrt
  • Beste Reisezeit: Dezember bis Februar (patagonischer Sommer)
  • Alternative Annäherung: Kajaktouren zwischen den Eisbergen sind seit 2011 möglich

Detaillierte Informationen zu den klimatischen Bedingungen und der optimalen Reisezeit finden Sie in unserem Leitfaden zum Wetter in El Calafate.

Upsala-Gletscher vs. Perito-Moreno-Gletscher: wo liegt der Unterschied?

Die beiden Gletscher unterscheiden sich in Größe, Zugänglichkeit und Dynamik deutlich. Während der Perito Moreno als Klassiker jeder Patagonien-Reise gilt, ist Upsala der abgelegenere und flächenmäßig größere Gletscher.

Upsala vs. Perito Moreno im Vergleich

MerkmalUpsala-GletscherPerito-Moreno-Gletscher
Flächeca. 765–870 km²ca. 250 km²
Längeca. 54 kmca. 30 km
Höhe der Abbruchkante40–70 m60–75 m
Zugangnur per BootStraße, Stege, Boot
Statusim Rückzugweitgehend stabil
Hauptmerkmalgrößte Fläche Argentinienseiner der wenigen wachsenden Gletscher

Patagonien vom Wasser aus erleben – mit Australis

Der Upsala-Gletscher zeigt, warum die spektakulärsten Eismassen Patagoniens oft nur vom Wasser aus zugänglich sind. Wer das argentinische Erlebnis um die chilenische Perspektive erweitern möchte, findet auf den Expeditionskreuzfahrten von Australis durch die Fjorde des Feuerlands Zugang zu Gletschern wie Pía, Garibaldi und Águila. Diese Routen ergänzen den Besuch im Los Glaciares Nationalpark um eine Seefahrt durch eine Region, die auf dem Landweg unerreichbar bleibt. Weitere Informationen zu den Reiserouten und Terminen besuchen Sie unsere Website.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Upsala-Gletscher der größte Gletscher Südamerikas?

Der Upsala zählt zu den größten Gletschern Südamerikas, wird in der Gesamtfläche heute aber vom chilenischen Pío-XI-Gletscher übertroffen. In der Länge steht er hinter Pío XI und Viedma an dritter Stelle.

Kann man den Upsala-Gletscher zu Fuß erreichen?

Nein, der Gletscher ist ausschließlich per Boot zugänglich. Anders als beim Perito Moreno gibt es keine Stege, Aussichtsplattformen oder Wanderwege an der Abbruchkante.

Wie lange dauert eine Bootstour zum Upsala-Gletscher?

Eine klassische Bootstour ab Punta Bandera dauert zwischen sieben und neun Stunden. Sie umfasst in der Regel auch den Spegazzini-Gletscher, da die Eisbergbarriere eine zu dichte Annäherung an Upsala verhindert.

Wann ist die beste Reisezeit für den Upsala-Gletscher?

Die beste Reisezeit sind die Sommermonate Dezember bis Februar, wenn Temperaturen und Tageslänge optimale Bedingungen für Bootstouren bieten. In der Nebensaison (Oktober–November, März–April) sind weniger Touristen unterwegs, das Wetter kann jedoch wechselhafter ausfallen.

Wie unterscheidet sich Upsala von den Gletschern der Australis-Route?

Upsala liegt in Argentinien und mündet in einen See, während viele der Gletscher der Australis-Route – Pía, Garibaldi, Porter, Cóndor – in den chilenischen Fjorden direkt ins Meer kalben. Der Zugang ist in beiden Fällen ausschließlich per Schiff möglich, die Landschaften unterscheiden sich jedoch deutlich in Topografie und Vegetation.

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Ursprünglich veröffentlicht am 06. Juni 2018 • Aktualisiert am 25. Juni 2026

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