Die Galapagos Inseln gehören zu den außergewöhnlichsten Reisezielen der Welt. Etwa 1.000 Kilometer vor der Küste Ecuadors gelegen, beherbergt dieser vulkanische Archipel eine einzigartige Tierwelt, die es nirgendwo sonst auf unserem Planeten gibt. In diesem Artikel erfahren Sie nicht nur faszinierende Fakten über diese Inseln, sondern auch praktische Reisetipps für Ihre Expeditionsplanung nach Südamerika.
Was macht die Galapagos Inseln so einzigartig?
Die Galapagos Inseln verdanken ihre Einzigartigkeit der langen Isolation vom Festland. Hier entwickelten sich Tier- und Pflanzenarten völlig unabhängig vom Rest der Welt, was den Archipel zu einem lebendigen Evolutionslabor macht.
Die Inselgruppe besteht aus 13 größeren und über 100 kleineren Inseln vulkanischen Ursprungs. Als UNESCO-Weltnaturerbe stehen 97 Prozent der Landfläche unter strengem Naturschutz. Ein besonderes Phänomen überrascht jeden Besucher: die Tiere zeigen keinerlei Scheu vor Menschen. Da die Inseln bis ins 19. Jahrhundert kaum besiedelt waren, haben die Bewohner keine natürlichen Feinde kennengelernt.

Welche Tiere leben nur auf den Galapagos Inseln?
Auf den Galapagos Inseln leben rund 200 endemische Tierarten, die ausschließlich hier vorkommen. Viele dieser Arten sind zu Symbolen der Evolution geworden und ziehen Naturliebhaber aus aller Welt an.
Die bekanntesten endemischen Arten sind:
- Galapagos-Riesenschildkröten: sie können bis zu 170 Jahre alt werden und gaben den Inseln ihren Namen, denn „galápago“ bedeutet auf Spanisch Sattel
- Meerechsen: die einzigen Echsen weltweit, die schwimmen und im Meer nach Nahrung tauchen können
- Flugunfähige Kormorane: sie verlernten das Fliegen, weil es keine Raubtiere auf den Inseln gibt
- Galapagos-Pinguine: die einzige Pinguinart nördlich des Äquators, die sich an das warme Klima angepasst hat – ähnlich faszinierend wie die Pinguinarten in Patagonien
- Darwin-Finken: 14 verschiedene Arten, deren unterschiedliche Schnabelformen Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierten
Bemerkenswert sind auch die symbiotischen Beziehungen zwischen den Arten. Die Riesenschildkröten lassen beispielsweise Finken Zecken von ihrem Hals entfernen, was beiden Seiten nützt.
Welche Rolle spielte Charles Darwin auf den Galapagos Inseln?
Charles Darwin entdeckte die Inseln nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Der britische Naturforscher besuchte den Archipel 1835 während seiner fünfjährigen Weltreise auf dem Schiff Beagle.
Der tatsächliche europäische Entdecker war Tomás de Berlanga, der vierte Bischof von Panama, der die Inseln bereits 1535 erreichte. Darwin verbrachte lediglich fünf Wochen auf vier verschiedenen Inseln, sammelte jedoch zahlreiche Tier- und Pflanzenproben.
Seine Beobachtungen der unterschiedlichen Finkenarten und deren Anpassungen an verschiedene Lebensräume führten später zur Entwicklung der Theorie der natürlichen Auslese. Diese Erkenntnisse revolutionierten unser Verständnis der Entstehung von Arten grundlegend. Wer auf Darwins Spuren reisen möchte, findet auch in Patagonien faszinierende Möglichkeiten – der Monte Darwin trägt seinen Namen zu Ehren.

Welche kuriosen Geheimnisse bergen die Galapagos Inseln?
Neben der bekannten Tierwelt verbergen die Inseln auch überraschende historische und naturkundliche Besonderheiten, die selbst erfahrene Reisende erstaunen.
Zu den faszinierendsten Geheimnissen gehören:
- Post Office Bay: seit dem 18. Jahrhundert nutzen Seeleute ein Holzfass als Briefkasten, wobei andere Reisende Briefe mitnehmen und persönlich zustellen, eine Tradition, die bis heute von Touristen fortgesetzt wird
- Piratengeschichte: im 17. und 18. Jahrhundert dienten die Inseln englischen Seeräubern als Versteck für ihre Beute
- Fleischfressende Tausendfüßler: der Brasilianische Riesenläufer wird bis zu 28 Zentimeter lang und jagt sogar kleine Eidechsen
- Verzauberte Inseln: die ursprüngliche Bezeichnung lautete „Islas Encantadas“, da starke Meeresströmungen den Eindruck erweckten, die Inseln würden ihre Position ändern
Wann ist die beste Reisezeit für die Galapagos Inseln?
Die Galapagos Inseln können ganzjährig besucht werden, wobei jede Jahreszeit ihre eigenen Vorzüge bietet. Die Wahl hängt von Ihren persönlichen Interessen und geplanten Aktivitäten ab.
Die beiden Hauptsaisonen unterscheiden sich deutlich:
Warme Jahreszeit (Dezember bis Mai):
- Höhere Temperaturen um 29 Grad Celsius
- Ruhigere See und wärmeres Wasser zum Schnorcheln
- Kurze, aber intensive Regenschauer
- Ideale Zeit für Vogelbeobachtungen während der Brutzeit
Kühle Jahreszeit (Juni bis November):
- Kühlere Lufttemperaturen und nährstoffreiches Wasser
- Beste Zeit für Taucher wegen der Großfischsichtungen
- Aktivere Meerestiere wie Seelöwen und Pinguine
- Gelegentlich rauere See

Wie kommt man auf die Galapagos Inseln?
Die Anreise erfolgt ausschließlich per Flugzeug von Ecuador aus. Es gibt keine Direktflüge aus Europa oder Nordamerika zum Archipel.
Für die Reiseplanung sollten Sie folgendes beachten:
- Flüge starten von Quito oder Guayaquil und dauern etwa zwei bis drei Stunden
- Zwei Flughäfen stehen zur Verfügung: Baltra (Hauptflughafen) und San Cristóbal
- Der Nationalparkeintrittspreis beträgt 200 US-Dollar für Erwachsene
- Eine Transit Control Card für 20 US-Dollar ist am Abflughafen erforderlich
- Strenge Gepäckkontrollen verhindern die Einfuhr fremder Tier- und Pflanzenarten
Für ein umfassendes Erlebnis empfehlen Experten mindestens sieben bis zehn Tage Aufenthalt. Kürzere Besuche erlauben nur einen oberflächlichen Eindruck dieses weitläufigen Archipels.
Welche Galapagos Inseln sollte man unbedingt besuchen?
Nicht alle 13 Hauptinseln sind für Besucher zugänglich, doch jede der besuchbaren Inseln bietet einzigartige Naturerlebnisse und unterschiedliche Tierbegegnungen.
Die wichtigsten Inseln im Überblick:
- Santa Cruz: Heimat der Charles Darwin Forschungsstation und idealer Ausgangspunkt für Touren
- Isabela: die größte Insel mit dem Sierra Negra Vulkan und zahlreichen Pinguinkolonien
- San Cristóbal: Regionalhauptstadt mit großen Seelöwenpopulationen und dem berühmten Kicker Rock
- Fernandina: die jüngste und unberührteste Insel mit der größten Meerechsenkolonie
- Española: älteste Insel und einziger Brutplatz der Galapagos-Albatrosse
Wie kann man die Galapagos Inseln am besten erkunden?
Zwei Hauptoptionen stehen Reisenden zur Verfügung: Expeditionskreuzfahrten oder Inselhopping mit Hotelübernachtungen. Beide Varianten haben ihre Vorzüge und eignen sich für unterschiedliche Reisetypen.
| Kriterium | Kreuzfahrt | Inselhopping |
| Erreichbare Inseln | Auch entlegene Inseln | Nur bewohnte Inseln |
| Komfort | Kabinen, Vollpension | Hotels verschiedener Kategorien |
| Flexibilität | Feste Routen | Individuell gestaltbar |
| Tiererlebnisse | Intensiver, längere Ausflüge | Kürzere Tagestouren |
Expeditionskreuzfahrten bieten den Vorteil, auch die abgelegenen und unberührten Inseln zu erreichen, die beim Inselhopping nicht zugänglich sind.
Warum sind die Galapagos Inseln gefährdet?
Trotz ihres Schutzstatus stehen die Inseln vor verschiedenen Herausforderungen, die ihre einzigartige Natur bedrohen. Nachhaltige Maßnahmen zeigen jedoch bereits positive Wirkung – ein Thema, das auch beim Ökotourismus in Patagonien zentral ist.
Die größten Bedrohungen sind:
- Eingeschleppte Tierarten wie verwilderte Hunde, Katzen und Ziegen
- Steigende Besucherzahlen und wachsende Infrastruktur
- Illegale Fischerei in den Schutzgewässern
- Plastikmüll und Abwässer aus dem Schiffsverkehr
Erfreulich ist der Erfolg der Naturschutzbemühungen: während 1961 nur noch 5.000 Riesenschildkröten gezählt wurden, leben heute laut WWF wieder über 30.000 Exemplare auf den Inseln.
Fazit: ein einzigartiges Naturparadies erwartet Sie
Die Galapagos Inseln verkörpern wie kaum ein anderer Ort die Wunder der Evolution und der unberührten Natur. Die Kombination aus einzigartiger Tierwelt, vulkanischen Landschaften und der Möglichkeit, Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, macht diesen Archipel zu einem unvergesslichen Reiseziel für naturbegeisterte Entdecker.
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Häufig gestellte Fragen zu den Galapagos Inseln
Wie viele Inseln gehören zu den Galapagos?
Der Archipel umfasst 13 größere Inseln (über einem Quadratkilometer), sechs kleinere Inseln und etwa 100 Felsformationen und Inselchen. Die Gesamtfläche beträgt laut Wikipedia rund 8.000 Quadratkilometer.
Kann man auf den Galapagos Inseln tauchen und schnorcheln?
Ja, beide Aktivitäten gehören zu den Highlights eines Besuchs. Die beste Tauchzeit ist von Juni bis November, wenn nährstoffreiches Wasser Großfische wie Hammerhaie anzieht.
Wie teuer ist eine Reise auf die Galapagos Inseln?
Neben dem Nationalparkeintrittspreis von 200 US-Dollar sollten Sie mit Kosten von mindestens 2.000 bis 4.000 Euro pro Person für eine einwöchige Reise rechnen, je nach gewählter Unterkunftsart.
Gibt es auf den Galapagos Inseln gefährliche Tiere?
Die meisten Tiere sind harmlos und zeigen keine Scheu. Vorsicht ist beim Schwimmen geboten, da Strömungen stark sein können. Haie greifen Menschen in der Regel nicht an.
Warum heißen die Inseln Galapagos?
Der Name stammt vom spanischen Wort „galápago“ für Sattel. Die Panzer einiger Riesenschildkröten sind im Nackenbereich sattelförmig aufgewölbt, was spanische Seefahrer zu dieser Bezeichnung inspirierte.
Ursprünglich am 19. Juni 2018 veröffentlicht, aktualisiert am 21. Januar 2026.
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