Der Salar de Atacama ist mit einer Fläche von rund 3.000 Quadratkilometern der größte Salzsee Chiles und zugleich der drittgrößte der Welt. Er liegt nur 55 Kilometer südlich des Wüstendorfs San Pedro de Atacama, eingebettet zwischen der Hauptkette der Anden im Osten und der Cordillera de Domeyko im Westen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie der Salar entstanden ist, welche Lagunen Sie dort besuchen können, welche Tiere in dieser kargen Landschaft leben und wie Sie Ihren Besuch am besten planen.
Was ist der Salar de Atacama und wie ist er entstanden?
Der Salar de Atacama ist ein riesiges Evaporit-Becken, das sich über Millionen von Jahren durch die Verdunstung abflusslosen Wassers gebildet hat. Schmelz- und Regenwasser floss von den umliegenden Bergketten in die Senke hinab, konnte aber nicht abfließen und verdunstete langsam.
Zurück blieben mächtige Schichten aus Salzkrusten und Sedimenten, die stellenweise an tote Korallen erinnern. Der gesamte Salzsee erstreckt sich über rund 100 Kilometer Länge und 80 Kilometer Breite. Damit wird er weltweit nur vom Salar de Uyuni in Bolivien und den Salinas Grandes in Argentinien übertroffen.
Teile des Salar de Atacama gehören zum Nationalreservat Los Flamencos, das von der chilenischen Forstbehörde CONAF verwaltet wird. Das hyperaride Klima der Region – seit über 15 Millionen Jahren herrscht hier extreme Trockenheit, hat eine Landschaft geschaffen, die auf den ersten Blick lebensfeindlich wirkt. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt an den Rändern des Salzsees überraschend vielfältiges Leben.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Salar de Atacama sind seine enormen Lithiumvorkommen. Die Region gehört zum sogenannten Lithium-Dreieck zwischen Chile, Bolivien und Argentinien, in dem sich etwa 70 Prozent der weltweiten Reserven dieses für die Batterieproduktion wichtigen Rohstoffs befinden.

Welche Lagunen kann man im Salar de Atacama besuchen?
Der Salar de Atacama beherbergt mehrere Salzlagunen, die sich in Charakter und Erlebniswert deutlich voneinander unterscheiden. Von Flamingo-Beobachtung über Sonnenuntergänge bis hin zum schwerelosen Treiben auf der Wasseroberfläche – jede Lagune bietet ein eigenes Erlebnis.
Laguna Chaxa: Flamingos im Salzsee beobachten
Die Laguna Chaxa liegt rund 56 Kilometer südlich von San Pedro de Atacama und ist Teil des Nationalreservats Los Flamencos. Hier lassen sich drei verschiedene Flamingoarten das ganze Jahr über beobachten: der Andenflamingo, der chilenische Flamingo und der James-Flamingo.
Die flachen Wasserbecken, in denen sich der weite Himmel und die umliegenden Vulkangipfel spiegeln, bieten hervorragende Bedingungen für die Fotografie. Vor Ort gibt es ein kleines Informationszentrum, das über die Geologie und Tierwelt der Region informiert. Wichtig zu wissen: seit 2023 müssen Eintrittskarten vorab online erworben werden.
Laguna Cejar: treiben wie im Toten Meer
Nur 19 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt liegt die smaragdgrüne Laguna Cejar. Ihr Salzgehalt übersteigt den des Toten Meeres, sodass Sie sich mühelos auf der Wasseroberfläche treiben lassen können.
Das Treiben in dieser surrealen Umgebung gehört zu den besonderen Erlebnissen der gesamten Atacama-Region. Vor Ort stehen Duschen zur Verfügung, um sich nach dem Bad von den Salzkristallen zu befreien. Bringen Sie unbedingt Badesachen und ein Handtuch mit.

Nur 19 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt liegt die smaragdgrüne Laguna Cejar. Ihr Salzgehalt übersteigt den des Toten Meeres, sodass Sie sich mühelos auf der Wasseroberfläche treiben lassen können.
Das Treiben in dieser surrealen Umgebung gehört zu den besonderen Erlebnissen der gesamten Atacama-Region. Vor Ort stehen Duschen zur Verfügung, um sich nach dem Bad von den Salzkristallen zu befreien. Bringen Sie unbedingt Badesachen und ein Handtuch mit.
Laguna Tebenquiche: der schönste Sonnenuntergang der Atacama Wüste
In unmittelbarer Nähe der Laguna Cejar befindet sich die Laguna Tebenquiche, die vor allem für ihre spektakulären Sonnenuntergänge bekannt ist. Eine dünne Salzschicht umgibt den See und schimmert in Rosatönen, wenn die letzten Sonnenstrahlen die Wasseroberfläche berühren.
Der Ort eignet sich ausgezeichnet für Landschaftsfotografie und zählt zu den meistbesuchten Aussichtspunkten der Region. Am besten planen Sie Ihren Besuch für den späten Nachmittag ein.
Ojos del Salar: die Augen des Salzsees
Die Ojos del Salar sind zwei kleine, nahezu perfekt runde Wasserbecken am Weg zur Laguna Tebenquiche. In diesen natürlichen Pools können Sie baden, was besonders an heißen Wüstentagen erfrischend ist, wenn die Temperaturen 30 °C und mehr erreichen.
Welche Tiere leben am Salar de Atacama?
Trotz der extremen Trockenheit beherbergt der Salar de Atacama ein überraschend vielfältiges Ökosystem, das vor allem von drei Flamingoarten und winzigen Salzwasserkrebsen geprägt wird.
Die kleinen Krebstiere der Gattung Artemia bilden die Nahrungsgrundlage für die Flamingos. Ihre Menge und ihr Zustand beeinflussen sogar die Intensität der rosafarbenen Gefiederfarbe der Vögel. Neben den Flamingos lassen sich am Salar auch Blässhühner, Andenmöwen und verschiedene Watvögel beobachten.
Die drei Flamingoarten unterscheiden sich folgendermaßen:
- Chilenischer Flamingo: der häufigste, erkennbar an seinen graurosa Beinen mit deutlich rosafarbenen Gelenken
- Andenflamingo: größer, mit gelblichen Beinen und auffällig schwarzem Schwanz
- James-Flamingo: der kleinste und seltenste, mit leuchtend roten Beinen und einem hellrosa Gefieder
Die beste Zeit für die Vogelbeobachtung ist von November bis März, wenn die Flamingos in größeren Schwärmen am Salar verweilen. Das Nationalreservat Los Flamencos schützt diese empfindlichen Lebensräume und stellt sicher, dass Besucher die Tiere aus respektvoller Entfernung beobachten.

Wie kommt man zum Salar de Atacama und welche Touren gibt es?
San Pedro de Atacama dient als Ausgangspunkt für alle Ausflüge zum Salar de Atacama. Von dort aus starten täglich organisierte Touren, die verschiedene Lagunen und Sehenswürdigkeiten miteinander kombinieren.
Die Anreise nach San Pedro de Atacama erfolgt in der Regel per Flugzeug:
- Flug von Santiago de Chile nach Calama (ca. 1 Stunde)
- Shuttle von Calama nach San Pedro de Atacama (ca. 1,5 Stunden)
Für den Besuch des Salar de Atacama stehen verschiedene Tourenoptionen zur Verfügung:
- Halbtagestouren: Laguna Cejar, Ojos del Salar und Laguna Tebenquiche – ideal für den Nachmittag mit Sonnenuntergang
- Ganztagestouren: Laguna Chaxa, Toconao und die Lagunas Altiplánicas Miscanti und Miñiques – oft inklusive Frühstück am Salzsee
- Auf eigene Faust: mit einem Mietwagen möglich, wobei ein Geländefahrzeug empfohlen wird, da einige Zufahrtswege unbefestigt sind
Der Salar de Atacama lässt sich gut mit anderen Höhepunkten der Atacama-Wüste verbinden, darunter die El-Tatio-Geysire, das Mondtal und das Regenbogental. Eine Übersicht über alle lohnenswerten Stopps finden Sie in unserem Artikel über Sehenswürdigkeiten in Chile.
Was sollte man beim Besuch des Salar de Atacama beachten?
Das extreme Wüstenklima erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Zwischen Tag und Nacht können sich die Temperaturen um mehr als 30 Grad unterscheiden.
Die wichtigsten Empfehlungen für Ihren Besuch:
- Sonnenschutz: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und eine gute Sonnenbrille sind unverzichtbar – die weiße Salzfläche reflektiert das Licht sehr stark
- Wasser: mindestens 2 Liter pro Person für Tagesausflüge, da es vor Ort keine Verkaufsstellen gibt
- Kleidung: leichte Kleidung für den Tag, warme Schichten für den Abend – nachts kann es unter 0 °C kalt werden
- Höhe: der Salar liegt auf etwa 2.300 Metern, was in der Regel keine Probleme bereitet, aber ein bis zwei Tage Akklimatisierung in San Pedro sind ratsam
Die beste Reisezeit für den Salar de Atacama ist von März bis Mai und von September bis November, wenn die Temperaturen angenehmer sind. Grundsätzlich kann die Region aber dasganze Jahr über besucht werden. Wenn Sie die Reisezeit mit dem Süden Chiles abstimmen möchten, hilft Ihnen unser Leitfaden zur besten Reisezeit für Patagonien bei der Planung.
Wie lässt sich der Salar de Atacama in eine Chile-Reise einbinden?
Der Salar de Atacama eignet sich hervorragend als nördlicher Höhepunkt einer umfassenden Chile-Reise. Für die Atacama-Region sollten Sie mindestens fünf bis sieben Tage einplanen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu erleben.
Der besondere Reiz einer Chile-Rundreise liegt im Kontrast zwischen dem trockenen Norden und dem eisigen Süden. Während Sie am Salar de Atacama unter wolkenlosem Himmel über Salzflächen wandern, erwarten Sie in Patagonien Gletscher,Fjorde und eine vollkommen andere Naturkulisse.
Wer nach den Weiten der Atacama-Wüste den Süden Chiles erkunden möchte, findet mit den Expeditionskreuzfahrten von Australis eine komfortable Möglichkeit, die Fjorde Patagoniens und Feuerland vom Wasser aus zu erleben. An Bord der Expeditionsschiffe navigieren Sie durch enge Kanäle, vorbei an Gletschern bis zum Kap Hoorn, eine Erfahrung, die den Kontrast zu den Salzwüsten des Nordens auf eindrucksvolle Weise vervollständigt. Entdecken Sie die Routen von Australis und planen Sie Ihre Reise.
Häufig gestellte Fragen zum Salar de Atacama
Kann man am Salar de Atacama übernachten?
Direkt am Salzsee gibt es keine Unterkünfte. San Pedro de Atacama ist der nächstgelegene Ort und bietet eine breite Auswahl an Hotels und Gästehäusern in verschiedenen Preiskategorien.
Was ist der Unterschied zwischen dem Salar de Atacama und dem Salar de Uyuni?
Der Salar de Uyuni in Bolivien ist deutlich größer und berühmt für seinen Spiegeleffekt nach Regenfällen. Der Salar de Atacama besticht hingegen durch seine Lagunen, die drei Flamingoarten und die zerklüftete Salzkruste. Beide Salzseen lassen sich auf mehrtägigen Touren miteinander kombinieren.
Ist der Salar de Atacama für ältere Reisende geeignet?
Ja, die meisten Lagunen sind über flache Wege gut zugänglich. Die Höhe von rund 2.300 Metern ist in der Regel unproblematisch. Organisierte Touren minimieren die körperliche Belastung.
Braucht man einen Geländewagen für den Besuch?
Wer eine organisierte Tour bucht, benötigt keinen eigenen Mietwagen. Für Selbstfahrer wird jedoch ein Geländefahrzeug empfohlen, da einige Zufahrtswege unbefestigt und sandig sind.
Ursprünglich am 25. August 2020 veröffentlicht, aktualisiert am 29. April 2026.
Noch keine Kommentare vorhanden
Zu diesem Beitrag sind noch keine Kommentare vorhanden



Hinterlassen Sie einen Kommentar